Vorbereitung - Klaus-Hausmann

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Das Jahr 2020 wird sicherlich in die Geschichte eingehen                                                                            
was es allerdings nicht besser macht

Corona beherrscht im Moment die Welt und nichts ist mehr wie es war. Vielleicht wird es wieder, aber zur Zeit besteht überall große Unsicherheit darüber wie alles weitergeht. In dieser Zeit eine Weltreise zu starten ist machbar, aber sicherlich nicht vernünftig.
Ich finde es ist im Moment (Sept.2020) mehr als unvernünftig nicht notwendige Reisen zu unternehmen. Es geht dabei nicht nur um die medizinische Seite. Eine Reise so durchzuführen wie wir Westeuropäer das gewohnt sind, ist aktuell gar nicht möglich. Geschäfte, Restaurants, Hotel und Campingplätze sind nicht in der gewohnten Weise zugänglich. Ehrlich gesagt macht es auch keinen Spaß stundenlang die Maske zu tragen, im Restaurant wie Aussetzige zwischen Glasscheiben zu sitzen und sich vielerorts über rücksichtslose Mitmenschen aufzuregen.

Aber planen und sich vorbereiten darf man ja in der Hoffnung, dass alles wieder gut wird.

Auf meinen Radtouren habe ich inzwischen viel Erfahrung gesammelt, von der ich nun profitieren kann. Zwar ist jede Reise anders, aber viele Dinge wiederholen sich. Insbesonders Erfahrungen mit Ausrüstungsgegenständen erspart einem das erneute Lehrgeld.

die Route - Etappen, Infrastruktur, Sehenswürdigkeiten
die Ausrüstung - Fahrrad, Kleidung, Camping, Technik
die Länder - Sprache, Währung, Visum, Verhaltensregeln

die Route
Meine beiden letzten großen Touren führten durch Europa, die nächste wird wohl daran anschließen. Vieles wird eben deutlich einfacher wenn man heimatnah in vertrauter Umgebung unterwegs ist. Der Plan für meine Weltreise: aufgeschoben ist nicht aufgehoben.

Den Norden und den Osten der EU habe ich bereits erkundet, nun wäre der Westen und der Süden an der Reihe. Um wie bisher, die Plannung zu vereinfachen, halte ich mich wieder an die EuroVelo Routen. Die EuroVel-Webseite wurde in letzter Zeit deutlich aufgewertet.. Es gibt nicht nur mehr Touren, inzwischn 19, sondern die Routen sind, zumindest im Internet, auch besser beschrieben. Teilweise mit Fotos, POIs und Videos. z.B. der EV-1

Die geplante Route für meine Tour-2021 beginnt vor meiner Haustür, folgt ab Speyer dem EV15 und biegt hinter Duisburg nach recht ab auf den EV3 Richtung Flensburg. Ab da geht es auf dem EV10 durch Dänemark und Schweden bis nach Lulea. Von hier dann weiter auf dem EV7 bis zum Nordkap. Vom Nordkap aus folgt meine Route dem EV1 bis nach Spanien bei San Sebastian. In Spanien folgt ich dem Jakobsweg bis nach Santiago de Compostela. In Portugal treffe ich wieder auf den EV1 und fahre Richtung Süden bis nach Gibraltar. Dort beginnt der EV8, der meine Route bis nach Athen bestiimmt. Über griechische Inseln geht es wieder aufs Festland nach Dimokritos und weiter nach Norden bis ich auf den EV13 stoße. Auf mir teilweise bekannten Wegen geht es nun  entlang des EV13 bis nach Passau. Von dort folgt meine Route der Donau bis nach Sigmaringen und dann über die Schwäbische Alb zurück nach Heidelberg.


die Ausrüstung:
nach meiner letzten großen Tour 2016 hatte ich mir vorgenommen für die nächste Reise ein neues Rad zu kaufen. Mein aktuelles Trekkingrad, das TX-800 von vsf Fahradmanufaktur, hat eine Rahmengröße von 57cm. Für mich wäre aber 55cm die passendere Größe. Außerdem wollte ich gern Scheibenbremsen haben, weil ich damit bessere Erfahrung gemacht habe.
Nachdem ich dann aber festgestellt habe, dass ein gutes Reiserad im Moment ca. 4000€ kostet, hat sich mein Wunsch relativiert und ich bleibe meinem TX-800 noch eine Weile treu.
Einige Details habe ich allerdings verbessert bzw. erneuert.

Ständer
Da wäre als erstes der Zweibeinständer. Ich war zwar immer froh, dass ich den Ursus Jumbo Zweibeinständer hatte da das vollbeladene Rad damit fast immer sicher stand, aber die 1.3kg Gewicht sind doch ein erheblicher Nachteil.
Ein Hinterradständer kommt für mich nicht in Frage, das Rad ist damit völlig instabil. Zur Zeit teste ich den Mittelbauständer AUTHOR Fahrrad Ständer AKS-09A 24-29. Mit so einem Ständer steht das Rad wesentlich stabiler. Der Ständer kostet 10€ und ist sehr leicht, aber nach wenigen Wochen bereits etwas wackelig. Klingt banal, ein Fahrrad kann man doch überall abstellen. Das ist aber im wirklichen Leben nicht so. Es ist nicht immer ein Baum, eine Mauer oder Leitplanken dort sind, wo man gerade anhalten möchte um ein Fotos machen. Vermutlich werde ich einen Einbeinständer von Ursus verwenden.

Gepäckträger
Neu habe ich auch den Vorderradgepäckträger Grand Expedition Front von Tubus. Der bietet zusätzlich zu der Gepäcktaschenaufnahme eine weitere Ebene als Gepäckablage. Diese Erweiterung hatte für mich zweierlei Gründe. Zum einen hat man zusätlichen Stauraum falls nötiig und zum anderen bietet der Gepäckträger die Möglichkeit die ActionCam so anzubringen, dass beim Filmen keine Fahrradteile im Bild sind.

USB Lader
Bereits auf der letzten Tour hatte ich den Konverter USB-Werk von B&M als 5V Speisung im Einsatz. Der Konverter hat auf letzten Tour irgendwann den Geist aufgegeben. Trotzdem habe ich mich für die nächste Reise wieder für dieses Model entschieden. Er bietet meiner Meinung nach das beste Preis-Leistungs-Verhältnis.

Foto und Technik
Einer der Gründe für mich mit dem Rad auf Reisen zu gehen ist das Fotogtafieren. Als Hobby-Fotograf suche ich immer und unermüdlich nach spektakulären Motiven. Die richtige Fotoausrüstung ist für essentiell. Die Inovation auf diesem Gebiet ist rasant. 2016 hatte ich eine GoPro Hero 4, eine EOS5D-II und eine Kompaktkamera von Panasonic im Gepäck. Alle Kameras sind inzwischen Oldtimer. Für die nächste Tour habe/werde ich mich mit neuem Equipment ausstatten müssen. GoPro Hero 9, DJI Osmo Action und als Hauptkamera die EOS R5. Als i-Tüpfelchen kommt noch eine Drohne dazu.
Bisher hatte ich, aus Gewichtsgründen, einen IPad-Air dabei. Mit dem kann man fast alles machen und ich bin noch immer begeistert von diesem Gerät. Ein Hauptmanko ist allerdings die fehlende Festplatte um Fotos zu speichern und eine Maus um Programme (Apps) zu bedienen. Ich hatte immer noch eine mobile Festplatte mit Kartenleser dabei um die Fotos und Videos von den Speicherkarten meiner Kameras zu sichern.
Auf der nächsten Tour werde ich einen MacBook-Air dabei haben. Er ist etwas schwerer, spart mir aber den DataTank nebst Zubehör.

Bike-Komponenten
An den Komponenten muss ich nichts ändern. Die aufgeführten Teile haben sich alle bewährt. Neu wird eine Lenkerhalterung für den Drohnen-Controller. Getestet habe ich bereits eine Tablet Halterung die flexibel genug ist um auch das Smart Phone zu halten. Der Drohnencontoller kann per Klettband auf einer passenden Alu-Platte befestigt werden.

- Reifen - Schwalbe Marathon Plus Tour
- Kette - Shimano HG-95 10-fach
- Kassette - Shimano HG-81 11-36
- Pedale - Shimano PD A53
- Fahrradspiegel links - Zefal
- USB-Adapter - B&M USB-Werk

die Länder:
27 Länder - 15 Währungen - 25.000km

Deutschland, Dänemark, Schweden, Finnland, Norwegen, Schottland, Irland, England, Frankreich, Spanien, Portugal, Italien, Slovenien, Kroatien, Bosnien, Montenegro, Albanien, Griechenland, Türkei, Bulgarien, Mazedonien, Rumänien, Serbien, Ungarn, Slovenien, Österreich, Tschechien

Die Liste der Länder entlang der Strecke klingt interessant und ist mit Sicherheit kontrast- und abwechslungsreich. Zur Vorbereitung auf die unterschiedlichen Kulturen sammle ich Informationen über die Länder zu politischen-, wirtschaftlichen- und geschichtlichen Daten. Ich hoffe, dass ich hier und da Einblicke in die Lebensweise der Menschen bekommen werde und möchte das dann auch verstehen können. Ich habe ein wenig russisch und spanisch gelernt, etwas französisch zu lernen wäre sicher auch noch sinnvoll.
Natürlich interessieren mich auch landesspezifische Sehenswürdigkeiten, besondere Land- schaften, Bauwerke und Zeugen vergangener Epochen. Hierzu kann man sich vorab im Internet oder über Bücher informieren. Ich markiere mir diese POI's mit GPS Koordinaten in meiner Route und werde so rechtzeitig erinnert. Jetzt, viele Wochen vor der Tour, habe ich noch die Zeit, die Möglichkeit und die Muße im Internet rumzusurfen und z.B. auch nach möglichen Unterkünften zu suchen. Wenn ich unterwegs bin und keine oder schlechte Internetverbindung habe, bin ich sicher froh auf eine vorher recherchierte Liste zurückgreifen zu können.
Dank dem Schengen-Abkommen ist der Grenzübertritt in den meisten Ländern kein Problem. Der Balkan bildet hier eine Ausnahme. Von meiner letzten Tour weiß ich aber, dass es an den Grenzen keine Probleme gibt.
Allgemeine Infos zu meiner Ausrüstung gibt es auch hier.
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