Vorbereitung - Klaus-Hausmann

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Mit das schönste einer Reise ist die Planung
wenn es draußen regnet und ich am warmen Ofen sitze, um mich herum das Internet, dann durchlebe ich meine Reise ohne dabei naß zu werden oder zu frieren. Ich kann problemlos 1000km am Tag zurücklegen ohne müde zu werden.

Nach der Reise ist vor der Reise. Stressig wird es erst, wenn der Termin näher rückt. Dann wird aus der Vorfreude leicht einmal Herzklopfen. Zum Ende hin rast die Zeit, dabei man möchte doch nich soviel erledigen...

Mit dem älter werden neigt man dazu viel zu viel zu planen. Andererseits machte es aber auch Spaß alle Szenarien durchzugehen und vorab zu durchleben. Obwohl ich genau weiß, dass es bei einer langen Tour am Ende doch oft anders kommt als geplant, plane ich akribisch bis ins Detail - weil's eben Spaß macht.

Sich auf das ein oder andere ein wenig vorzubereiten ist trotz allem nicht verkehrt...

die Route - Etappen, Infrastruktur, Sehenswürdigkeiten
die Ausrüstung - Fahrrad, Kleidung, Camping, Technik
die Länder - Sprache, Währung, Visum, Verhaltensregeln

die Route
Für mich ist es eine absolute Entspannung, wenn ich einen GPS-Track folgen kann. Es erspart mir viel Zeit unterwegs die ich für anderes nurtzen kann. Ich muss dem Track nicht immer folgen, kann situationsbedingt einen anderen Weg nehmen, aber ich habe, wenn's mal hektisch wird,  einen roten Faden, der mich sicher ans Ziel bringt. Die Ausarbeitung und Aufbereitung der Route ist ein wesentlicher Teil meiner Vorbereitung.
Anfangs hatte ich geplant, dem EV-13 dem "Eisernen Vorhang Radweg" von Kirkenes bis ans schwarze Meer zu folgen. Ich wollte diesen noch relativ jungen Fernradweg, der teils auch noch in Planung ist, abfahren und dokumentieren. Joachim Franz, ein Extremsportler, hat diesen ca. 10.000km langen Fernradweg in 30 Tagen abgefahren. Einem solchen Rekord wollte ich nicht entgegentreten. Meine km-Leistung ist max. 2000km/Monat und das bedeutet für diese Strecke ein Zeitraum von 5-6 Monaten.
Nun meine Milchmädchenrechnung: Start im hohen Norden ist vor Juni theoretisch möglich aber wetterbedingt nicht besonders ratsam. Die letzte Etappe durch Bulgarien führt über einige hohe Pässe durch Skigebiete des Balkangebirges. Diese Etappe später als Ende Oktober zu fahren ist ebenso wenig ratsam. Somit bleibt ein Fenster von max. 5 Monaten. Es wäre eine sportliche Herausforderung die Strecke in dieser Zeit allein und ohne E-Bike zu schaffen, ist aber nicht unbedingt mein Bestreben. Diese Überlegung führte zu einer Überarbeitung meines Routenplans.
Der finale Plan sieht nun so aus, dass ich  von Hamburg nach Alta fliege und von da zunächst zum Nordkap fahre, weiter an der Küste entlang nach Kirkenes und dann dem EV-13 bis nach St.Peterburg folge. Anstatt nun den Umweg über Deutschland zu machen, fahre ich weiter an der russischen Grenze Richtung Süden. Durch die baltischen Staaten, durch Polen, Slowakei und Ungarn. Ich folge damit, soweit möglich, dem EV-11. In Szeged/Ungarn treffe ich wieder auf den EV-13, den Iron Curtain Trail und folge ihm entlang der rumänischen und bulgarischen Grenze bis in die Türkei. Fahre dann aber vorraussichtlich nicht nach Tsarevo an die Schwarzmeerküste von Bulgarien, sondern nach Istanbul.
die Ausrüstung:
unterwegs mit Stahlrahmen und Hydraulikbremse. Nachdem mein letztes Trekkingrad in Lübeck gestohlen wurde, musste ich mir ein Neues kaufen und auf meine Bedürfnisse aufrüsten. Die Komponenten des neuen Bikes, ein TX-800 von vsf Fahradmanufaktur, entsprechen, obwohl es ein Fahrrad von der Stange ist, meinen Vorstellungen. Auf zwei Touren im letzten Jahr hat sich das Bike bereits bewährt.
Am Hinterradgepäckträger habe ich eine spezielle Halterung angebracht in die ich ein Kunststoffrohr montieren kann das als Köcher für mein Fotostativ dient. Der Fotoapparat wird griffbereit in der Lenkertasche transportiert.
Das Fahrrad verfügt über einen hochwertigen SON Narbendynamo. Mit einem Konverter, dem USB-Werk von B&M, erzeuge ich aus der Dynamospannung eine 5V Stromversorgung um USB Geräte während der Fahrt aufzuladen. Der USB-Werk ist erst seit kurzem erhältlich und hat im Vergleich zum E-Werk bereits einen kleinen Pufferakku integriert.
Ich möchte die Tour mit einer frischen Kette starten und entscheide mich für die HG-95, eine hochwertige Kette von Shimano. Bei der Gelegenheit wird auch die Kassette gewechselt. Anstelle der HG-81 mit 11-34 Zähnen montiere ich den gleichen Typ aber mit 11-36 Zähnen um den bevorstehen Bergetappen vorzubeugen.
Die Löcher für die Montage eines dritten Flaschenhalters sind in dem Rahmen vorhanden. Hier werde ich die Benzinflasche für meinen Kocher platzieren.
Obwohl ich mit den Reifen erst 2000km gefahren bin entscheide ich mich für zwei neue Mäntel und verwende den Schwalbe Marathon Plus Tour. Der ist zwar ziemlich schwer, hat sich auf meiner letzten Tour aber sehr bewährt.
Mit dem original verbauten Hinterbauständer bin ich nicht zufrieden.  Ich bervorzuge Zweibeiständer und habe mit dem URSUS Zweibeinständer Jumbo 28" beim letzten Rad ebenfalls sehr gute Erfahrung gemacht. Er ist zwar schwer, aber unheimlcih robust und für ein mit 40kg beladenes Rad meiner Meinung nach der beste Ständer.
An der Gabel montiere ich einen Lenkeradapter um hier die GoPro anzubringen. Da ich auch während der Fahrt mit der GoPro filme brauche ich eine Halterung am Lenker für das Smartphone um die Kamera zu bedienen. Das Smartphone dient auch ab und zu als Navi.

- Reifen - Schwalbe Marathon Plus Tour
- Kette - Shimano HG-95 10-fach
- Kassette - Shimano HG-81 11-36
- Pedale - Shimano PD A530
- Zweibeinständer - Ursus Jumbo
- 3.Flaschenhalter - Zefal Alu Plast 124
- Lenkeradapter - Point Lenkeradapter
- Handyhalterung - Arendo - wasserdichte Fahrradhalterung für Apple iPhone 5 / 5S
- Fahrradspiegel links - Zefal
- Lenkertasche - Ortlieb Ultimate6 Plus
- USB-Adapter - B&M USB-Werk

die Länder:
15 Länder - 10 Währungen - 7000km

Norwegen, Finnland, Russland, Estland, Lettland, Litauen, Polen, Slowakei, Ungarn, Serbien, Rumänien, Bulgarien, Mazedonien, Griechenland, Türkei

Die Liste der Länder entlang der Strecke klingt interessant und ist mit Sicherheit kontrast- und abwechslungsreich. Zur Vorbereitung auf die unterschiedlichen Kulturen sammle ich Informationen über die Länder zu politischen-, wirtschaftlichen- und geschichtlichen Daten. Ich hoffe, dass ich hier und da Einblicke in die Lebensweise der Menschen bekommen werde und möchte das dann auch verstehen können. Ich lerne ein wenig russisch, ich denke dass das in einigen Ländern hilft bei der Kommunikation.
Natürlich interessieren mich auch landesspezifische Sehenswürdigkeiten, besondere Land- schaften, Bauwerke und Zeugen vergangener Epochen. Hierzu kann man sich vorab im Internet oder über Bücher informieren. Ich markiere mir diese POI's mit GPS Koordinaten in meiner Route und werde so rechtzeitig erinnert. Jetzt, viele Wochen vor der Tour, habe ich noch die Zeit, die Möglichkeit und die Muße im Internet rumzusurfen und z.B. auch nach möglichen Unterkünften zu suchen. Wenn ich unterwegs bin und keine oder schlechte Internetverbindung habe, bin ich sicher froh auf eine vorher recherchierte Liste zurückgreifen zu können.
Dank dem Schengen-Abkommen ist der Grenzübertritt in den meisten Ländern kein Problem. Der Balkan bildet hier eine Ausnahme. Hier kann ich nur hoffen, dass es an den Grenzen keine Probleme geben wird. Auch im Hinblick auf die Flüchtlingsthematik. Für Russland braucht man ein Visum, das ich mir vorab über eine Agentur besorgen lasse.

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