Thema Ausrüstung - Klaus-Hausmann

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Ausrüstung auf Radreisen

Ich könnte jetzt auflisten was ich so an Ausrüstung auf meinen Radreisen mitschleppe, aber welche Liste nehme ich dafür. Was auf einer Tour mitzunehmen ist hängt in gewissem Maße davon ab wann, wo und wie man unterwegs ist. Aus diesem Grund habe ich immer individuell angepasste Ausrüstung dabei. Hinzu kommt, dass man Erfahrungen mit seiner Ausrüstung sammelt und sie im Laufe der Zeit optimiert bzgl. Qualität und Quantität. Manche Gegenstände bewähren sich und begleiten dich jahrelang, andere kommen abhanden sind verbraucht, unbrauchbar oder überflüssig. Ich werde hier ein wenig über meine Erfahrungen bzgl. Ausrüstung schreiben, was genau ich dabei habe steht dann bei den jeweiligen Reisen.

Bike
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2001 habe ich mir ein 28" Trekkingrad gekauft. Das TK-Cross von BIRIA. Ich wollte ein Rad mit dem ich sowohl auf das Strasse als auch im Gelände fahren kann. 
Als Mountainbike war das Biria dann doch nicht wirklich geeignet und so stand es jahrelang ungenutzt in der Garage. Bis ich es 2009 für eine Mehrtagestour mit Gepäck wieder entdeckt habe. Seitdem hat es mich auf vielen Reisen begleitet. Etwas aufgemotzt mit stabilen Felgen, unplattbar Reifen, Shimano XT-Ausstattung und Tubus Gepäckträger, hatte ich jahrelang so gut wie keine Pannen mit diesem Rad.

2014 wurde mir das Rad in Lübeck gestohlen.

Jetzt musste ein Nachfolger her, da für 2015 schon wieder Touren geplant waren. Auf der Reisemesse 2015 in Hamburg habe ich das TX-800 von vsf Fahrradmanufaktur gesehen - es war Liebe auf den ersten Blick. Die verbauten Komponenten und der Preis überzeugten. Besser und günstiger hätte ich es nicht selbst machen können.
RahmenStahl, 25 CrMo 4
Gabelstarr
SchaltungShimano XT 30-Gang
BremsenMagura HS11, hydr. Felgenbremsen
BereifungSchwalbe Marathon, 47-622
LichtB&M Lumotec IQ2, 50Lux
GepäckträgerTubus
GriffeErgo
Gewicht16,9 kg


Camping
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allein über das Thema Campingausrüstung könnte ich schon fast ein ganzes Buch schreiben. Hier gilt einmal mehr "wer billig kauf, kauft zweimal". Vielleicht hängt es auch damit zusammen, dass ich kein Teenager mehr bin und eine gewisse Qualität beanspruche. Ein Zelt, in das es bei Regen reintropft, eine Matte, die in der Nacht die Luft langsam verliert, ein Schlafsach, in dem man nachts friert, der schwer und feucht ist, das sind Dinge die ich zu vermeiden versuche.

Ich habe mal auf einem Campingplatz einen Radfahrer kennen-gelernt, der hatte so eine uralt Luftmatratze 1x2m und 10cm dick dabei. Das Ding wog bestimmt 2-3 kg. Bequem schlafen war für ihn aber sehr wichtig. 
Das A+O bei nicht motorisierten Touren ist aber nunmal das Gewicht. Das wissen auch auch die Hersteller und verlangen ein Vielfaches für ein paar Gramm weniger.
Meine Campingausrüstung hat sich im Laufe der Jahre entwickelt und wird sicher immer mal wieder angepasst werden. Nachdem ich mit einem preiswerten Zelt, obwohl von einem namhaften Hersteller, schlechte Erfahrung gemacht habe, mehrmals drang Wasser durch den Boden, habe ich mich für das Staika von Hilleberg entschieden. Wenn man wie ich meist allein unterwegs ist, dann ist so ein "großes" Zelt schon ein wenig Luxus, der mit einem hohen Gewicht bezahlt werden muss. Das Zelt wiegt inkl. Bodenplane 4,3kg und wenn es nass ist nochmal etwas mehr. Wenn ich aber mal einen Regentag im Zelt verbringe, genieße ich es allerdings auch, etwas Platz um mich herum zu haben. Irgendwann werde ich es wohl gegen ein 1-Personen Zelt austauchen das dann nur noch die Hälfte wiegt, aber wohl wieder von Hilleberg sein wird.

Mein Schlafsack dagegen begleitet mich seit 2006 und hat mich bisher bei allen Temperaturen warm gehalten. Ein Daunenschlafsack von Western Mountaineering. Die Wohlfühltemperatur des Antelope MF liegt bei -10°C, aber ich bin froh ihn zu haben auch wenn es nur +5°C sind. Für wärmere Nächte verwende ich einen Phantom32 von Mountain Hardwear.

Weniger gut sind meine Erfahrungen mit Matten. Selbstaufblasende Therm-a-Rest Matten verlieren, nach meiner Erfahrung, mit der Zeit Luft. Bei Luftmatratzen sind mir schon 2x die Nähte zwischen den Stegen aufgegangen und haben die Matte unbrauchbar gemacht. Aktuell verwende ich die Synmat Basic 7.5 von Exped, plane aber auch hier irgendwann wieder eine leichtere anzuschaffen.

Mein Kochgeschirr stammt aus Chile und war ein Notkauf. Ich bin jedoch sehr zufrieden mit diesem noname Produkt und bemutze es seit 2010 auch wenn es mit 800gr. nicht gerade ein Leichtgewicht ist. Das Besteck ist dafür aus superleichtem Titan und durch Löcher gewichtsoptimiert :-) Mein Kocher ist ein einfacher Schraubaufsatz für Gasflaschen. Superleicht und funktioniert seit Jahren tatellos. Für den Fall, der bisher noch nicht eingetreten ist, dass ich mal kein Gas bekomme, habe ich auch einen Mehrstoffkocher, der mit Gas, Benzin und Diesel funktionieren soll. Der Primus Omni Fuel ist sehr stabil und universell, aber leider auch schwer und sperrig. Meine ersten Versuche mit diesem teueren Teil waren nicht sehr erfolgreich. 

Zelt: Hilleberg, Staika
Schlafsack: Western Mountianeering, Antelope MF




Topfset (noname)
Technik
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Technik - auch so ein Luxusthema. Aber wer kommt heute noch ohne Internet aus, vieles wird erleichtert und manches überhaupt erst möglich. Warum sollte man auch auf die Technik, die uns heute zur Verfügung steht, verzichten. Sicher bin ich etwas vorbelastet durch meinen Beruf als Elektroniker, ich umgebe mich gern mit allerlei Schnickschnack.
Hinzu kommt mein eigentliches Hobby, das Fotografieren. Die Entwicklung geht auch hier in Richtung Miniaturisierung, aber derzeit haben schweren DSLR's und Objektive noch immer ihre Berechtigung.
Auf meiner Tour 2014 machte die Fotoausrüstung nebst Zubehör 25% (10kg) meines Gesamtgepäcks aus. Mit dem Einsatz von dig. Kameras ergeben sich aber auch Folgeprobleme wie Stromversorgung und Datensicherung. Natürlich gibt es für alles eine Lösung, die dann aber nochmal Zusatzgewicht bringt.
Mit dem Fahrraddynamo einem 5V USB Adapter und einem Pufferakku kann man Kleingeräte wie GPS, Smartphone und MP3 Player bequem während der Fahrt laden. Um ein paar Tage ohne Steckdoese zu überbrücken gibt es mittlerweile extrem leistungsfähige Power Packs mit denen selbst ein Tablet mehrmals geladen werden kann. 
Auch hier hängt die Ausrüstung davon ab wie, wo und wann man unterwegs ist. In wirklich einsamen Gegenden wie Alaska, Kanada oder der Mongolei kann/muss man sich evtl. zusätzlich mit einem Solarpanel helfen. 

Ich habe mich auf meiner Tour 2014 das erste Mal mit dem Thema der autonomen Stromversorgung auseinander gesetzt. Meine Lösung war das E-Werk von B+M ein 5V USB Adapter. Allerdings hatte ich keinen Pufferakku vorgesehen, was den Einsatz des Adapters stark einschränkt. Die Spannungsschwankungen durch langsam fahren bzw. stehenbleiben verträgt kaum ein zu ladendes Gerät. Da mein Rad mitsamt dem Adapter geklaut wurde, habe ich nun die Chance etwas Neues zu probieren. Z.B. den M172M von der Fa. Kemo der wesentlich preiswerter ist.

Fotografieren ist für mich sehr wichtig. Ich fotografiere sehr viel und filme auch mit der Kamera. Das bedeutet es fallen hohe Datenmengen an. Für eine Zeitrafferaufnahme kommen schnell mal 500 Fotos zusammen. Die Daten müssen irgendwie gesichert werden und zwar am liebsten doppelt. 
Anfangs hatte ich einen Netbook dabei mit Card Reader und ein oder mehrere externe USB-Festplatten. Das funktioniert im Prinzip ganz gut. Das Problem dabei ist nur, dass die Netbooks viel Strom brauchen und meist mit 12V Akkus arbeiten. Man braucht häufiger eine Steckdose. 
2014 habe ich mein Equipment auf 5V umgestellt. Außer den Canon-Akkus konnte ich dann alle Geräte per USB laden also theoretisch auch über den Fahrrad-Dynamo per USB-Adapter. 
Anstelle eines Netbooks habe ich seit dem ein iPad dabei um etwas komfortabler als mit dem Smartphone das Internet zu nutzen. Über SD-Card Leser kann man damit Fotos laden, bearbeiten und ins Internet stellen. Die Wlan Anbindung mit dem iPad funktioniert tadellos. 
Nur hat so ein Tablet keine Festplatte und das iPad auch keinen USB Anschluss. Für die Datensicherung muss eine andere Lösung her. Ich verwende hierzu einen Datentank, den UDM2 von Hyperdrive mit 1TB Kapazität. Das Gerät arbeitet mit einem Akku, der mehrere Sitzungen lang hält und per USB geladen werden kann. Als Option gibt es WLan und einen USB Adapter an dem man eine weitere ext. USB-Platte anschließen kann. Der Preis ist relativ hoch. Das Handling ist alles in allem etwas umständlich, die Sicherung von SD- und CF-Karten arbeitet aber zuverlässig und vertretbar schnell. Die Sicherung von mehreren 100GB auf ext. Festplatte ist allerdings sehr zeitaufwendig.
Eine weitere Lösung um Daten vom iPad zu sichern ist eine WLan Festplatte. Ich verwende dazu derzeit eine Festplatte von LaCie. Auch das funktioniert zuverlässig, ist aber ebenfalls sehr langsam. Die Platte ist dennoch genial. Man kann sich mit dem Smartphone damit verbinden und Fotos sichern oder auch gespeicherte Fotos betrachten. Neben dem Wlan hat die Platte auch einen USB-3 Anschluß und ist damit natürlich wesentlich schneller.

GPS
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GPS ist heute so verbreitet wie die Smartphones und gleichermassen gibt es Pro und Contra zu dessen Nutzung. Ich habe mein erstes Outdoor GPS bereits 2006 gekauft um meine Reise durch Tibet aufzuzeichnen. Seit dem benutze ich es auch bei kleinen Touren. Sei es als Tacho, zur Wegaufzeichnung, zum Navigieren zu einer Adresse, zur Orientierung oder zum Nachfahren eines Tracks. Ich bin immer wieder begeistert wie zuverläßig und robust mein inzwischen etwas veraltetes eTrex Vista Cx ist und möchte den Komfort den so ein Gerät ermöglicht nicht mehr missen. Vor meiner ersten Alleintour 2010 habe ich mir als Backup den Nachfolger gekauft den Vista HCx mit verbessertem GPS Sensor. Beide Geräte tun noch heute ihren Dienst.
Für meine Tour Rund um die Nordsee hatte ich im Internet GPX-Tracks gefunden, die die Tour lückenlos abdecken. Nun hatte ich allerdings ein Problem. Jeder Teilabschnitt bestand aus mehreren tausend Wegpunkten, die komplette Tour aus mehr als 50.000. Das mir unverständliche Problem, das auch moderne GPS Geräte noch immer haben, ist die begrenzte Speichertiefe. Max. 500 Punkte/Track und max. 20 Track kann man auf dem eTrex Vista und anderen Garmin Geräten ablegen. Das Übertragen von Tracks geht bei dem Vista nur per USB von einem Windows PC/Notebook aus.
Mittlerweile gibt es mehrere Webseiten die sich mit diesem Thema befassen. Ich habe dabei ein kostenloses Tool gefunden mit dem man aus GPX Daten ein transparantes Image erzeugen kann das bei Garmingeräten als Overlay über andere Karten angezeigt wird. Die Handhabung dieses Tools war recht einfach und schnell hatte ich aus meinem 50.000 Punkte-Track ein Image erzeugt. Eine verständliche Anleitung gibt es bei RadWiki. Kurz gesagt: die erzeugte Imagedatei in gmapsupp.img umbenennen und auf eine Mikro-SD Karte in einen Ordner "Garmin" ablegen. Karte einstecken, fertig. Man kann nun wie gewohnt entspannt dem Track folgen.
Was mir anfangs nicht klar war ist, dass ältere Garäte wie das Vista nur eine Image Datei im Ordner Garmin akzeptieren. Die im Gerätespeicher liegende Basiskarte wird deshalb im Hintergrund mit angezeigt. Da mich dies ein wenig gestört hat, habe ich weiter recherchiert. Auf der Webseite GPS Radler habe ich dann sehr nützliche Infos zur Arbeitsweise der verschiedenen Garmin Geräte gefunden. Kurz gesagt: neuere Garmin Geräte können mehrere Image Dateien verwalten und anzeigen. Nun war die Versuchung groß mein Gerätearsenal zu vergrößern und mir ein moderneres Gerät zu kaufen.

Parallel bin ich schon länger auf der Suche nach einem einfachen zuverläßigen GPS Tracker um einfach den gefahrenen Weg aufzuzeichnen und evtl. direkt online zu stellen. Über anderen Radler bin ich auf das Gerät SPOT Gen3 gestossen. Ein GPS Tracker mit Notruf-Funktion die per Satelitenfunk nicht nur die Position sondern aus SMS versenden kann und mit internationalen Notdiensten verbunden ist. Ein wertvolles Gerät, wenn man weltweit unterwegs ist und kein Handynetz hat. Es wird z.B. von dem Outdoorspezialist Globetrotter vertrieben. Leider gibt es, zumindst in der Filiale Hamburg, niemanden der einem dieses Gerät erklären könnte. Man ist also auf die Beschreibung auf der Herstellerwebseite angewiesen. Das hat mich zunächst etwas vom Kauf zurückgehalten. Meine aktuell anstehende Tour verläuft durch Europa und hier hat man, so hoffe ich, ein flächendeckendes Handynetz. Es gibt mehrere Apps, die meine Anforderung erfüllen. Wegverlauf aufzeichnen und Position bei Bedarf versenden. Dazu braucht man aber ein Handynetz und viel Strom fürs Handy. Es wäre zwar die preiswerteste Lösung, aber sicher nicht die Zuverläßigste. Ich wollte ein autonomes Gerät und habe weiter gesucht. Dabei bin ich auf das GPS Pro von Bad Elf gestossen, das z.B. von Siebert Luftfahrbedarf
vertrieben wird. Leider ist es jetzt gerade (April 2016) nicht lieferbar. Außer für etwas mehr bei Amazon. Autonome GPS Tracker gibt es natürlich auch noch von anderen Herstellern in allen Varianten. Auch wenn die Speichergröße solcher Geräte für 200000 Wegpunkte ausreicht, für eine mehrmonatige Tour sind die alle nicht ausgelegt. Mann muss unterwegs also auslesen und zwischenspeichern. Der Vorteil des GPS Pro war für mich, dass dieses Gerät nahtlos mit iPhon/iPad zusammenarbeitet alle anderen meistens nur mit PC-Software. Aber, leider nicht lieferbar.

Somit bin ich nach wochenlanger Suche doch wieder am Anfang und habe nun Gründe mehr für ein neues Garmin GPS.
Das Edge Explore 1000 bietet eine Menge nützlicher Features. Das transparentes Image für meine Tour2016 nenne ich Tour2016.img und kopiere sie, wie schon beschrieben, in den Ordner Garmin auf eine Micro SD Karte für die es einen extension Slot gibt. Nach dem Einschalten wird der Track, mit der detailierten Europakarte im Hintergrund, direkt angezeigt. Das Problem wäre gelöst.

Der Edge 1000 bietet WLan über das das Gerät, wenn man will, automatisch Verbindng mit Garmin Connect aufbaut und Routendaten syncronisiert. Über Bluetooth kann man sich mit einem Smrtphone verbinden und ein ANT Interface koppelt Zusatzgeräte wie z.B. die zum Lieferumfang gehörende Fernbedienung. Ein nettes und hilfreiches Gimmick mit dem man das Gerät ohne die Hand vom Lenker nehmen zu müssen über mech.Tasten (auch mit Handschuhen) bedienen kann.
Sogar ein automatischer Notruf bei einem Sturz, der von einem Beschleunigungssensor erkannt wird, wird als SMS abgesetzt. Vorrausgesetzt das Handy ist per Bluetooth gekoppelt, eingeschaltet und man hat Netz.
Positiv finde ich auch die Trackingfunktion. Hier wird nicht nur der Weg sondern auch Höhe, Geschwindigkeit und Temperatur geloggt. Die Möglichkeiten, die der Dienst Garmin Connect bietet muss ich noch ausloten. Das scheint mir etwas kompliziert und mit Funktionen überfrachtet zu sein.
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