Reisebericht-2 - Klaus-Hausmann

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Polen

Vor Polen bin ich schon vor der Reise bzgl. des gefährlichen Straßenverkehrs gewarnt worden. Ich kann das aber ganz und gar nicht bestätigen. Geschätzt 80% meiner gesamten Tour bin ich auf Straßen unterwegs. In allen 16 Ländern, durch die ich gefahren bin, waren die meisten Autofahrer rücksichtsvoll. Polen unterscheidet sich da nicht von den anderen. Es gab immer mal Situationen in denen es eng wurde wenn ein Auto dicht und schnell an mir vorbei rast. Ich war immer froh, wenn ich nicht auf verkehrsreichen Straßen fahren musste, egal in welchem Land.
Auch in Polen ist der EV-11 Radweg hin und wieder ausgeschildert. Ich fahre zwar immer entlang meines vorab vorbereiteten GPS-Tracks, es hilft und beruhigt aber, wenn die Route durch Beschilderung bestätigt wird.
Die GPS-Daten habe ich vom Internetportal Biroto.
In Polen entfernt sich die Route von der östlichen Grenze und führt über Warschau und Krakau. GPS Wegpunkte habe ich nur bis Warschau und dann erst wieder für Ungarn gefunden. Für die Lücke von Warschau über Krakau - durch die Slowakei bis zur ungarischen Grenze habe ich mir selbst eine Route ausgedacht. Die Webseite des EV-11 gibt hier nur den groben Verlauf vor.
Dass nicht alle Wege, die Google Maps als Verbindung anzeigt, mit einem schweren Tourenrad ohne weiteres zu fahren sind, musste ich später oft schmerzhaft lernen. Wenn man wie ich als Kriterium die kürzeste Verbindung vorgibt, dann spart man vielleicht ein paar km, ist aber nicht unbedingt schneller am Ziel.
Südlich von Krakau erreicht man die Höhenzüge der Karpaten. Bewegt man sich hier auf Nebenstraßen, hat man mitunter einige Höhenmeter zu überwinden. Dies hatte ich bei meiner Tourenplanung nicht so richtig berücksichtigt und so kam es, dass ich auf dem Weg nach Stare Wierchy, einer Berghütte bei der ich übernachten wollte, über einen matschigen Wanderweg bis auf 970m aufsteigen musste.
oft führt die Route auch über Feldwege
Meist fahre ich auf ruhigen Nebenstraßen und komme dabei immer wieder durch kleine Ortschaften. Häufig fahre ich auch weite und einsame Strecken auf unbefestigten Waldwegen.

In Polen fallen mir mehr als anderswo die vielen Heiligenbilder-, Statuen und die prunkvollen großen Kirchen auf.
Der erste Blick auf die Skyline von Warschau entlang der Weichsel. Von hier brauche ich nochmal eine Stunde bis ins Zentrum, wo ich ein Apartment gebucht hatte.

Das Wahrzeichen von Warschau, der Kultur- und Wissenschafts-palast kommt am eindrucksvollsten in der Nacht zur Geltung. Der 237 Meter hohe Wolkenkratzer wurde zwischen 1952 und 1955  im Baustil des sozialistischen Klassizismus errichtet und ist ein Geschenk der damaligen Sowjetunion.
Besser noch als Warschau hat mir Krakau, die heimliche Hauptstadt Polens, gefallen. Warschau ist, wie viele andere Großstädte sehr weitläufig. In Krakau dagegen konzentriert sich vieles auf den Altstadtkern. Das macht es für mich etwas gemütlicher.
der Marktplatz von Krakau mit Marienkirche
Krakau: Strassencafe's in den Arkaden der Tuchhallen
Eine Autostunde von Krakau entfernt liegt das KZ Auschwitz und das Vernichtungslager Birkenau. Im Rahmen einer geführten Tour besichtige ich diese Greuelstätten des 3. Reichs. Hunderte von Besuchern quetschen sich durch die erhaltenen Gebäude des Konzentrationslagers. Unser Guide, eine ältere Frau, führt uns durch die beiden Lager und schildert ergreifend die Geschehnisse von damals. Es ist unfassbar, wozu Menschen fähig sind und was andere aushalten können.
das Vernichtungslager Birkenau
KZ Auschwitz
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Slowakei

Auch auf meiner Route durch die Slowakei sind die Ausläufer der Karpaten zu sehen und zu spüren. Wirklich längere Anstiege gibt es aber nicht. Es geht über Košice weiter an die ungarische Grenze.

140km ist die Etappe durch die Slowakei. Lediglich 600hm sind dabei zu überwinden.
Dorf in der Slowakei
die Westkarpaten in der Slowakei
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Ungarn

Das erste was man sieht wenn man bei Skároš über die ungarische Grenze fährt ist dieses Schild mit den Entfernungsangaben für Radfahrer.
in Ungarn gibt es viele Radwege
der Fluss Theiß fließt von Nord nach Süd durch Ungarn
Der größte Teil der Strecke durch Ungarn verläuft auf Rad- oder Wirtschaftswegen ohne jeglichen Autoverkehr
der Radweg geht verläuft sehr oft auf dem Deich der Theiß
Höhenmeter gibt es in Ungarn nicht wirklich. (<100/Tag). Immer wieder kommt man durch kleine Ortschaften in denen es oft auch Einkaufsmöglichkeiten gibt. Zimmer zum Übernachten muss man etwas suchen, da ist das Netz nicht so eng. Campingplätze gibt es auch hin- und wieder an der Theiß, jedoch ist jetzt im August Ferienzeit und die Plätze sind recht voll und entsprechend laut. Theoretisch kann man wild zelten, viele Bereiche sind jedoch landwirtschaftlich genutzt. Direkt am Deich hat man oft Feuchtgebiete und es gibt Scharen von Stechmücken.
Hirten mit ihren Herden ziehen durch das Land
Steinhäuser in den Dörfern die nicht gerade Luxus und Reichtum ausstrahlen
viele Ungarn haben ihren festen Platz am Fluß, angeln und picknicken
Kathedrale von Szeged
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Serbien
weites Land - war mein erster Eindruck in Serbien

Diese Landschaft hatte ich in Ungarn erwartet, aber selten gesehen. Der Norden von Serbien ist flach und die Straßen endlos.
Mais und Sonnenblumen wechseln sich ab
und immer wieder eindrucksvolle Landschaft
In Serbien gibt es eine konsequente Radwegbeschilderung. Auch der EV-13 ist häufig ausgeschildert. Radwege gibt es nicht, aber der Autoverkehr auf den Straßen ist minimal.
Auf den Märkten wird vor allem Paprika verkauft. Er wird getrocknet und später für die unterschiedlichsten Gerichte zum Kochen und Heilen verwendet.
eine fremde Welt und doch so nah
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Rumänien

Neben Norwegen ist Serbien das zweite Land durch das ich reise, das nicht in der EU ist. D.h. Grenzkontrollen bei Ein- und Ausreise, die aber immer locker und entspannt sind. An den markierten Stellen wechsle ich von Serbien nach Rumänien und wieder zurück. Später geht es dann von Serbien nach Bulgarien.

In Rumänien geht es bei Nieselwetter erstmal über einen Berg und dann 3 Tage entlang der Donau.
In der nebelverhangenen Landschaft versteckt sich der riesige Strom im Dunst des Nebels
Die Straße windet sich dicht am Ufer entlang und führt durch viele kleine Ortschaften.
Armut und Reichtum stehen hier dicht zusammen. Neben Hotelanlagen mit Pool und Tennisplatz stehen teilbewohnte Abrissobjekte
die Donau fließt durch eine enge Schlucht.
Eine landschaftlich besonders reizvolle Etappe
Die Statue des Dakerkönigs Decebalus ist eine 55 Meter hohe Statue und zugleich die höchste Felsskulptur in Europa
am eisernen Tor müßen die riesigen Donaudampfer durch eine Schleuse, die gleichzeitig einer der wenigen Übergänge ans andere Ufer nach Serbien ist.
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weiter .... nach Bulgarien
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