Nordkap - Klaus-Hausmann

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Mit der Hurtigrute zum Nordkap
die schönste Seereise der Welt (sagt man)

Mit der Hurtigrute entlang der norwegischen Küste, das steht schon lange auf meiner Reiseliste. Seit wir, Petra und ich, einmal einen Bildervortrag zu dieser Reise gesehen haben, sind wir neugierig darauf Norwegen selbst zu erleben. Da wir beide die Kälte mögen und endlich auch einmal das Polarlicht sehen wollten, habe ich beschlossen diese Reise im Winter durchzuführen.
- Aber wenn, dann richtig -

die Reise der Superlativen
Mit der luxeriösesten Fähre der Welt, der MS Fantasie der ColorLine, von Kiel nach Oslo; entlang der schönsten Bahnstrecke Norwegens von Oslo nach Bergen; mit dem ältesten Schiff der Hurtigruten Flotte, der MS Lofoten, auf der schönsten Seereise der Welt von Bergen nach Kirkenes







Vom Hauptbahnhof in Kiel ist es nicht weit bis zum Terminal der ColorLine. Das Schiff wartet schon und auch einige 100 Mitreisende. Einchecken geht einfach, am Automat. Die 4*Kabine #9110 ist leicht zu finden. Mit dem Fahrstuhl vom 7. in den 9. dann einen langen Gang entlang bis zu unserer Nummer. Die Kabine mit Du/WC ist geräumig mit Minibar und Fernseher. Erstmal schnell auf's Oberdeck im 13. Stock, um den Hafen bei der Ausfahrt abzulichten. Das Schiff legt pünktlich ab, Kiel liegt im Nebel. Der Nebel begleitet uns bis in die Nacht.
Bei Null Sicht ertönt ohrenbetäubend alle 5 min das Nebelhorn. Wir erkunden erst mal das Schiff und reservieren später noch einen Tisch fürs Dinner.
 
Das Restaurant ist nobel und das Essen, natürlich Fisch, ist lecker aber inkl. Wein mit 90€ nicht gerade ein Schnäppchen. Nach dem Essen geht's in die Koje. Trotz des Weins ist an Schlaf noch lange nicht zu denken, das Schiff schaukelt hin und her. Ist man doch ein wenig eingenickt, wird man vom Nebelhorn zurückgeholt.
 
Am nächsten Morgen geht es, noch ein wenig von der unruhigen Nacht gerädert, um 7:30 zum Frühstück. Zum Oceanview Panorama-Restaurant müssen wir wieder durch das komplette Schiff. Wir sind mit die Ersten beim Frühstücksbüffet, schließlich wollen wir noch den Sonnenaufgang im Oslofjord auf dem Sonnendeck erleben.
Der Nebel vom Vortag ist verzogen, der Horizont färbt sich hellrot durch die aufgehende Sonne und der Himmel leuchtet blau.
Nun muss es schnell gehen, der Sonnenaufgang ist im Kasten, jetzt die Koffer packen und in die Schlange am Ausgang einreihen. Als die Tore öffnen strömen alle Richtung Passkontrolle als gäbe es einen Preis für den Ersten. Wir drängeln mit und ergattern uns ein Taxi das uns zügig zum Hauptbahnhof bringt. Viel zu früh dort angekommen gibt es erst mal einen Kaffee beim BurgerKing. Ein Rundgang auf dem Bahnhofsvorplatz kühlt uns wieder ab und kurz vor 12 wartet schon die Bergenbahn "Se Norge Ta Toget" auf uns. Unsere Fensterplätze im Komfort-Abteil der NSB sind reserviert.

Der Zug fährt pünktlich los. In Oslo liegen nur noch Schneereste, aber bald fahren wir durch tief verschneite Natur. Auf der Abfahrt von den Skigebieten hinunter nach Bergen wird aus dem einsetzenden Schneefall Regen. In Bergen werden wir von heftigen Regen und starkem Wind bei +3° empfangen. Mit einem Taxi geht es zu unserer Unterkunft dem Skansen Pensjonat. Nix wie rein in die warme Stube. Das Haus ist mir vom Sommer 2014 noch vertraut.


Ein wenig zu essen wäre jetzt nicht schlecht. Bis wir ein passendes Restaurant gefunden haben sind wir völlig durchnäßt. Später hört der Regen auf, von unserem Zimmer haben wir einen tollen Blick über das Zentrum von Bergen.

Nach der stürmischen Nacht auf hoher See, ist der Schlaf an Land, trotz weicher Matratze, tief und erholsam. Den Sonnenaufgang ignorieren wir heute und frühstücken gemütlich zu christlicher Zeit
 
Das Wetter ist besser als vorhergesagt. Auf unserer Citytour werden wir mit Sonnenschein belohnt.
Erst geht es durch die engen Gassen zwischen den meist weiß gestrichenen Holzhäusern Am Skansen rund um unsere Pension. Dann zum Fischmarkt und am Kai entlang. Richtung Süden müssen wir über einen Hügel über steile und engen Gassen. Der Anblick der weißen Holzhäuser mit den teilweise bunt gestrichenen Türen und Fensterrahmen läßt das Fotografenherz höher schlagen.
 
An unserem zweiten Tag in Bergen ist der Himmel bedeckt mit dunklen Wolken. Wir entscheiden uns für die Floyenbahn. Oben auf dem 400m hohen Floyberg empfängt uns ein eisiger Wind aber ein toller Ausblick.
Hin und wieder kommen Sonnenstrahlen durch die Wolken und tauchen Bergen in ein schönes warmes Licht.
Länger als eine Stunde halten wir es nicht aus, fahren wieder ab und wärmen uns in einem Einkaufscenter. Durch die Straßen bummeln ist heute nicht so spaßig, also erstmal was essen.
 
Mit dem Taxi geht es später zum Hurtigruten Terminal. Kurze Sicherheitsunterweisung ähnlich wie im Flugzeug
und dann können wir an Board und in unsere Kabine. Groß ist die Kabine nicht wirklich. Ein Etagenbett, ein kleiner Tisch und ein Schrank und kaum Platz für die Koffer. Petra ist begeistert. Der Versuch eine größere Kabine zu bekommen scheitert an der Bereitschaft der Schiffs-Crew uns hier entgegenzukommen. Die Kabine hat nur ein kleines Bullauge, dass wegen dem erwarteten schlechten Wetter mit einer Stahlplatte verschlossen wird. Wenn man das Licht ausmacht ist es stockfinster in der Kabine. Man hört nur noch das Brummen der Lüftung.
Um 20 Uhr wird das Dinner serviert. Unser Tisch im Speisesaal ist reserviert.

Für die ganze Küste ist stärker Wind vorhergesagt, was Sich dann leider auch betätigt. Die erste Nacht ist sehr unruhig und man wird in der Koje hin und her geschaukelt. 1-2x pro Tag gibt es Passagen übers offene Meer die jeweils 2-3 Stunden dauern. Die Ansage vom Reiseleiter lautet dann: es ist mit geringen Turbulenzen zu rechnen. Bei bis zu Windstärke 11 wackelt unser kleines Schiff wie eine Nussschale über die aufgewühlte See. In diesen Situationen hilft bei mir nur hinlegen und Augen zu.
Der erste Hafen mit Ausflugsmöglichkeit ist Alesund. Die nächsten zwei der regulären Häfen können wegen des Sturms nicht angelaufen werden. Wir fahren die Nacht durch und erreichen planmäßig morgens um 6 Uhr Trondheim.

Nach einem zeitigen Frühstück geht es um 8 Uhr auf eine Sightseeingtour durch die Stadt. Wir fahren auf eine Anhöhe und blicken bei Sonnenaufgang über die Stadt. Informativ ist auch die Führung durch die Wallfahrtskirche Nidaros.
Über eisglatte Straßen schlendern wir zurück.

 
Eine unserer nächsten Stationen ist Tromsö. Das Wetter ist wechselhaft, mal schneit es mal ist der Himmel klar. Wir haben 6h Aufenthalt in Tromsö. Unsere Tour findet leider nicht statt, also gehen wir ohne Guide in die Stadt. Das Zentrum ist übersichtlich und man erreicht alles ohne weit zu laufen. Die Straßen sind glatt und es ist viel Verkehr. Die Autofahrer halten an wenn man als Fußgänger über die Straße will. Wir finden die riesige Bibliothek und gehen ins Polarmuseum.
  
Um 6 Uhr morgens legen wir in Hammerfest an.
Wir waren am Abend früh im Bett, sodass mir das
Aufstehen nicht allzu schwer fällt.
Es schneit heftig und auf dem Schiff ist es spiegelglatt.



Das heutige Ziel ist der Höhepunkt der Reise an sich. Wir halten in Honningsvag und fahren mit dem Bus zum Nordkap. Seit dem Vormittag haben wir schon Hochdruckwetter. Auf der Nordkapinsel geht die Sonne um 9:30 auf und um 14:30 schon wieder unter. Das Wetter hält sich und auf der Fahrt zum Globus erleben wir eine bilderbuch Winterlandschaft bei tiefstehender Sonne. Besser könnte es nicht sein. Das rosa des Himmels spiegelt sich in der glatten See. Der Nordkapglobus präsentiert sich mit einem von rot ins blau verlaufenden Hintergrund. Schon dafür hat sich die ganze Reise gelohnt.

Nach diesem fantastischem Erlebnis, das mir auch zeigte wie bergig die Insel ist und wie steil es mehrmals auf und ab geht, bekommen wir am Abend zum krönenden Abschluss auch noch Polarlicht zu sehen. Nun können wir die Reise gemütlich und zufrieden ausklingen lassen und den letzten Abschnitt bis nach Kirkenes angehen.
Das Schiff legt pünktlich in Kirkenes an. Hier ist tiefer Winter, viel Schnee und eine eisige Temperatur von -8°C herrscht hier nur 15km von Russland entfernt. Ein Bus bringt uns zum Flughafen.
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